Identität
Verifiable Credentials
Verifiable Credentials sind kryptografisch signierte Nachweise über Eigenschaften oder Rechte - maschinell prüfbar, ohne Rückfrage beim Aussteller.
Ein Verifiable Credential ist ein digital signierter Nachweis: Ein Aussteller bestätigt eine Aussage über einen Inhaber, und jeder Dritte kann die Signatur prüfen, ohne den Aussteller kontaktieren zu müssen.
Im Web4 lösen sie ein Problem, das mit klassischen Logins nicht lösbar ist. Ein Agent muss gegenüber wildfremden Systemen nicht nur seine Identität belegen, sondern auch seinen Handlungsrahmen: für welche Organisation er auftritt, welche Rolle er hat, bis zu welchem Betrag er verpflichten darf und wie lange die Berechtigung gilt.
Ein Einkaufsagent eines Hotels könnte auf diese Weise nachweisen, dass er für genau dieses Haus handelt, Bestellungen bis zu einem definierten Limit auslösen darf und dass diese Vollmacht zu einem bestimmten Datum ausläuft - in einem einzigen prüfbaren Datensatz, ohne Account beim Gegenüber.
Das verlagert Vertrauen von der Plattform zum Nachweis. Nicht mehr die Frage, ob jemand einen Account hat, entscheidet, sondern der Beleg, wozu er befugt ist.
Der Unterschied zum Zugriffstoken
Ein klassisches Zugriffstoken sagt: Dieses System hat dir Zugang gewährt. Ein Verifiable Credential sagt: Dieser Aussteller bestätigt diese Eigenschaft, und du kannst das selbst nachprüfen. Der Unterschied wird relevant, sobald mehr als zwei Parteien beteiligt sind.
Praktisch heißt das: Ein Lieferant muss dem Einkaufsagenten eines fremden Unternehmens keinen Account anlegen und keine Vollmacht telefonisch verifizieren. Er prüft eine Signatur. Das spart nicht nur Aufwand, es macht Geschäftsbeziehungen überhaupt erst spontan möglich - was die Voraussetzung für einen Markt zwischen Agenten ist.