Identität
DID (Decentralized Identifier)
Ein DID ist eine kryptografisch überprüfbare Kennung, die ohne zentrale Registrierungsstelle auskommt - die Basis für Agent-Identitäten im Web4.
Ein Decentralized Identifier ist eine Kennung, deren Inhaberschaft sich kryptografisch beweisen lässt, ohne dass eine zentrale Stelle sie ausgibt oder bestätigt. Wer den zugehörigen privaten Schlüssel kontrolliert, kontrolliert die Identität.
Für Menschen war das lange eine Komfortfrage - für Agenten wird es zur Grundvoraussetzung. Ein Agent, der im Namen eines Unternehmens handelt, kann sich nicht bei jedem Gegenüber neu registrieren und ein Passwort vergeben lassen. Er muss beweisen können, wer er ist, und zwar in dem Moment, in dem er das erste Mal auftritt.
In der Praxis hängt an einem DID ein DID-Dokument mit öffentlichen Schlüsseln und Verweisen auf Dienste. Damit lässt sich jede Signatur des Agenten überprüfen, ohne dass beide Seiten demselben Anbieter vertrauen müssen.
DIDs allein sagen nur, wer jemand ist. Was er darf, regeln Verifiable Credentials.
Warum das ohne Agenten kaum jemanden interessiert hat
Dezentrale Identifikatoren gibt es seit Jahren, und sie haben sich im Alltag nicht durchgesetzt. Der Grund ist banal: Für Menschen war der Umweg über Schlüssel und Nachweise unbequemer als ein Login mit E-Mail und Passwort, und der Gewinn blieb abstrakt.
Für einen Agenten kehrt sich das Verhältnis um. Er kann sich nicht bei jedem neuen Gegenüber registrieren, kein Bestätigungsmail abrufen und kein Passwort zurücksetzen. Was für Menschen Reibung war, ist für Software der einfachere Weg - und genau deshalb bekommt das Konzept erst jetzt einen Anwendungsfall, der trägt.