Agenten

MCP (Model Context Protocol)

MCP ist ein offenes Protokoll, über das KI-Agenten standardisiert auf externe Werkzeuge, Datenquellen und Systeme zugreifen - statt über Einzelintegrationen.

Das Model Context Protocol ist ein offener Standard, der regelt, wie ein KI-Agent auf externe Werkzeuge, Datenquellen und Systeme zugreift. Statt für jede Kombination aus Modell und System eine eigene Integration zu bauen, spricht der Agent ein Protokoll - und jedes System, das dieses Protokoll bedient, wird für ihn nutzbar.

Der Effekt ist derselbe wie bei HTTP im frühen Web: Nicht die einzelne Verbindung ist die Innovation, sondern die Tatsache, dass sich beliebige Gegenstellen ohne Vorabsprache verstehen.

Für Unternehmen ist MCP deshalb weniger eine technische Detailentscheidung als eine Frage der Anschlussfähigkeit. Ein System, das kein maschinenlesbares Interface anbietet, ist für Agenten schlicht nicht vorhanden - unabhängig davon, wie gut seine Weboberfläche für Menschen funktioniert.

MCP ist einer von mehreren Bausteinen der Agentenkommunikation. Es regelt primär den Zugriff eines Agenten auf Werkzeuge, nicht die Verhandlung zwischen zwei gleichrangigen Agenten.

Was das für bestehende Systeme heißt

Für Unternehmen stellt sich weniger die Frage, ob man MCP einführt, als ob die eigenen Systeme überhaupt ein maschinenlesbares Interface anbieten. Viele Fachanwendungen haben eine gute Weboberfläche und keine dokumentierte Schnittstelle - für einen Agenten sind sie damit unsichtbar.

Der pragmatische Einstieg ist deshalb selten ein Protokollprojekt. Er besteht darin, die drei bis fünf Systeme zu benennen, die ein Agent tatsächlich braucht, und für diese eine saubere, rechtegeschützte Schnittstelle bereitzustellen. Ob sie am Ende über MCP oder eine klassische API angesprochen wird, ist die kleinere Entscheidung.