Payments
Agent Wallet
Ein Agent Wallet ist eine Geldbörse, die von einem KI-Agenten kontrolliert wird - mit eigenen Limits, Regeln und nachvollziehbarer Transaktionshistorie.
Ein Agent Wallet ist eine Geldbörse, über die nicht ein Mensch, sondern ein Software-Agent verfügt - innerhalb von Regeln, die der Auftraggeber vorher festgelegt hat.
Das klingt radikaler, als es ist. Firmenkreditkarten mit Limit, Freigabegrenzen im ERP und Daueraufträge sind konzeptionell dasselbe: delegierte Verfügungsgewalt in definierten Grenzen. Neu ist nur, dass die verfügende Instanz Software ist und im Sekundentakt entscheiden kann.
Typische Ausgaben eines Agenten sind klein und häufig: API-Aufrufe, Rechenzeit, Datenzugriffe, die Beauftragung eines anderen Agenten. Für solche Beträge sind Kreditkarte, Rechnung und Freigabeprozess strukturell zu teuer - der Overhead übersteigt den Transaktionswert.
Ein brauchbares Agent Wallet braucht daher drei Dinge: harte Limits, eine lückenlose und prüfbare Historie, und einen jederzeit wirksamen Not-Aus. Ohne diese drei ist es kein Wallet, sondern ein Risiko.
Was vor der ersten Zahlung geklärt sein muss
Wer einer Software Verfügungsgewalt gibt, sollte drei Fragen schriftlich beantwortet haben, bevor der erste Euro fließt: Welcher Betrag darf pro Vorgang und pro Tag ausgegeben werden? Wer sieht die Transaktionen, und wie schnell? Und wie wird die Vollmacht im Zweifel innerhalb von Minuten entzogen?
Die häufigste Schwachstelle in frühen Projekten ist, dass Limits im Prompt formuliert statt technisch durchgesetzt werden. Eine Anweisung im Systemprompt ist eine Bitte, keine Grenze. Harte Limits gehören in die Schicht, die die Zahlung tatsächlich auslöst.